Endanflug

Endanflug

Die Welt ist einfach, wenn man sie lieben gelernt hat und zwar mit all ihren Facetten. Mann kann sie nur lieben, wenn man sie versteht. Und nur dann wird man seine Ängste verlieren und seine Freiheiten erstehen.

Mit ungefähr 10 Jahren erlernte ich von meinem Onkel das Fliegen, er hat sich mit seinen Freunden die beste Fliegerschule erbaut und betreibt sie mit viel Geduld. Mit etwa 14 Jahren erlebte ich mein «Grounding», alle meine mit viel Liebe gebauten Flieger sind abgestürzt, es war nicht menschliche Schuld. Der Schlussbericht: Es war technisches Versagen, es war das grüne STARion Steuerpult.

Wenn man Sehnsüchte hat geht man auf Reisen. Ich hatte nach einiger Zeit den Traum eine nette Familie zu haben, man sollte seine Träume verwirklichen können, so dachte ich. Mit zwei Kollegen ging ich nach Schweden, dass ist das Land wo die Volvos herkommen, es ist das Land welche an den Samstagnachmittagen vorallem durch die schrecklich dicht besuchten IKEA’s bekannt werden. An den anderen Tagen, sind sie dann wieder trostlos leer…

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Im Juli 1999 sind wir in Malmö angekommen und sind mit unseren Rädern und Zelten aus dem Zug gestiegen. Ich habe die Zeit am Morgen um halb Neun festgehalten.

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Wir waren vier Brüder, die eines Sonntags einen lustigen Film besuchten. Sie alle mögen sich erinnern, wie wir aus der Sklaverei ausgebrochen sind, wir lagen in Ketten und fanden den blinden Mann mit der Prophezeihung an der Wand.

Ich mag den Nespresso gerne, ich habe ein paar graue Haare bekommen und die klaren Blicke habe ich behalten, aber der George Clooney bin ich übrigens nicht.

Wir entschieden uns für die Freimaurer, wir haben mit Sven – den kennt ihr bereits – unsere Brüder Leonardo und Co. in Florenz besucht und auf dem Weg durch die Toscana, das «Golden Age of Life» angehört und zelebriert. Zu Hause haben wir schwerst gearbeitet und hart geschufftet, wir mussten uns bei den schnellsten Breaks AUSTOBEN und so zahlreiche DANCEFLOORS habe ich eingeheizt. Wir haben die schwersten Kriege durchgemacht. Und der Pädu kanns bestätigen, wir haben keine geknallt gekriegt.

Die Blogger sind eine Spezies, irgendwann mal von ihren unfähigen Schiffskapitänen aus ihren Booten geworfen, sind sie geschwommen und an Land gespült worden. Sie pflegen ihre Insel, sie sitzen an ihren Stränden und werfen täglich die Flaschenpost, in kleiner Hoffnung sie werden gelesen und erhofft.

Wir sind hoch oben hier – wenn ihr unten auf die zwei Wolken schaut. Die Luft ist dünn, «da oben schmeckt es dufte, dass ist der Grund warum wir vielleicht immer druff sind, yeah yeah yeah» – die fantastischen Vier

Müssen sich vorallem die Piloten und Pilotinnen unbedingt mal anhören, bei denen gerade die KACKE ziemlich am Dampfen ist, dass gilt vorallem für diejenigen von der Business Class. Einer ders beim Furz bewenden lässt sitzt im BLOGGER-Cockpit direkt hinter mir, er ist mein Kollege in der Gockelbox kennt sich mit diesem komplizerten Uhrenladen aus, während ich mich eher mit der Navigation und den tausenden von Sternen auskenne. Wir sitzen in einer ganz alten Dame, oberhalb hats ein kleines Guckloch, da lass ich mir immer die Bananenschalen entsorgen, wenn ich nicht gerade vom Chef gefragt werde, wo wir so gerade stehen. Manchmal ists mir auf den langen Flügen halt langweilig und dann werfe ich dem NFF wieder eine Bananenschale vor die Schuh, damit er wie auf Glatteis als grosser Literat durch das Blogger-Cockpit fegt. Er wird auch mal ein grosses Buch schreiben, über ein Thema das ihn sehr beschäftigt. Der Kapitän hat natürlich nicht Freude daran, vom Chef kriegt er dann wieder einen herzhaften «Zäme Schiss» und ich kann mir das Grinsen halt nur schwer verkneifen. Und da wäre natürlich noch der Co-Pilot zu erwähnen, die Copis kommen immer zuletzt, das ist nur schwer ertragbar, der NFF kann ein Lied davon singen, aber das ist für dich kein Problem.

Wir werden jetzt diesen schönen Vogel mal befreien und runterbringen.

Lieber NFF, die Uhren in deinem geliebten Laden werden einmal plötzlich still stehen und wir werden das gute Schiff verlassen können, einmal tief durchatmen und dein Körper wird sich auf einmal entspannen können, du wirst deine Blume riechen können und dein Herzblut dorthin fliessen lassen wo es hingehört. Der liebe G!, er ist ein Spezialist beim Lösen von Fällen, er wird die Checklisten abarbeiten und sich vielleicht mal Fragen, ob man das Wissen vielleicht auch in einer BettyBossi-Checkliste anwenden könnte. Aber wir beide Wissen, das leckerste Menu gibts bei der Mutter zu Haus. Der Herr Kapitän wartet hier noch auf einen Kommentar, sein guter Kollege liegt im Krankenbett und da hatte er – so glaube ich – ein bisschen «Schiss» gekriegt. Für Käpitäne sind feuchte Hände vorallem für weiche Landungen nicht ideal. Aber wie ist das jetzt mit den Kommentaren? Die Gewinner verlassen den Platz kommentarlos – wenn ich mein Blog anschaue siehts nicht schlecht aus für mich, aber wie ist DAS auf dem Tennisplatz?

Den Chef und Gründer der Apfelfabrik habe ich mal in die Ferien geschickt – diese Bude läuft mittlerweile auch ohne ihn, damit er sich wiedermal für seinen Bruder Zeit nimmt und er sich von seinem goldenen Ring befreien kann.

Ich werde meinen Job als Global Chief Executive Officer an den Nagel hängen, ich habe für meine zehnjährigen Amtszeit sowieso noch keinen Cent erhalten – gibt es irgendwo noch Bonis? Aber Arbeit gibts ja nicht wirklich viel zu tun, oder? Ich kann nur meine Unterschrift geben und versichern, dass in den letzten zehn Jahren nichts falsch, der Geschäftsgang nur positiv verlaufen ist. Dialoge? Ihr könnt mich mal.

Liebe Momo

Hier habe ich dich das erste mal gesehen, als ich von zahlreichen Irrfahrten mit meiner Maschine am Abend für ein paar Stunden gestrandet bin. Du magst dich vielleicht erinnern – der Rauch konnte damals draussen bleiben. Ich war der mit dem gelben Pullover, deren Marke mein Programm ist, diesen habe ich in einem Laden in diesem Turm gefunden. Viel Zeit hast du auf meinem Rücken verbracht, viel Zeit haben wir mit unseren Kindern verbracht und so manches Feuer in dieser grauen Welt entfacht und ein paar mal hats jetzt mächtig gekracht. Mein dicker Panzer hat die schwere Last erträglich gemacht und damit mein Feuer nicht zunichte gemacht. Die Zeit ist gekommen, ich verlasse die graue Pracht, ich werde sterben, die Blume wird verwelken, aber im Frühling werden dann neue kommen und du wirst jetzt selber weiter laufen.

Ich weiss, ich bin ein furchtbarer Typ, so manches System habe ich ausgehebelt und umgestellt, aber die Leser hier wollen wissen wer du bist, sonst werden sie traurig sein und das wollen wir nicht. Die Universität die immer so gut in den Zeilen der Zeitung steht – damit die Uni gut gesponsert wird – und einfach zu komplizierte Namen vergibt, sollte sich lieber mal in Sachen Sicherheit weiterbilden. Dort bin ich durch den Gartenzaun und das Katzentor geschlichen, um mal zu sehen, wie es bei dir zu Hause so geht.

Der Sylvester ist der ärmste Kerl, muss sich von Tweety immer wieder die selbe Platte anhören lassen, ich gebe ihm schon mal den ersten Tipp, damit er selber bestimmen kann, was er hören und sehen will.

Ich hatte mal etwas am Boden gefunden, ich glaube es gehörte dir, du hast es verloren oder jemandem abgegeben, ich weiss es nicht. Leider haben gewisse Leute ein Imperium aufgebaut und unser schönes Haus, die KULTURFABRIK kaputt- und niedergemacht. Da könnten sich übrigens die grossen grauen Herren mal kenntlich machen.

Liebe Momo, wir müssen jetzt halt unsere Köpfe hervornehmen und wir müssen in Gedanken weiterfahren.

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Leider liegt unser Chrigu im Krankenbett, er hat sich wiedermal etwas gebrochen, er läuft bereits wieder auf Schienen – da kannst du nicht mehr helfen, aber er würde sich auf einen Besuch freuen. Weil er gab mir den Takt vor, er hat mich am Seil gesichert, wenn ich am Klettern war. Unser Simu habe ich bis jetzt immer eher am Schluss erwähnt, er war unsichtbar, aber er konnte dadurch seine eigene Marke entwickeln. Er ist etwas weit weg, in Zürich wo er scheinbar hart am «chrampfen» ist. Ich könnte mir vorstellen, dass er Freude hätte, wenn er wieder einmal mit der Momo reden könnte. Ich habe ein offenes Katzentor, dort findest du ihn. Du findest dort unter anderen auch grosse Tyrannen, welche sich früher auf diversen Schauplätzen so einiges geliefert haben, mancher Lehrer hätte gewünscht, er hätte sie nie gekannt.

Ich mag mich auch noch an dich Ben erinnern, als wir beauftragt wurden, fürs Schulweihnachtsfest einen Tannenbaum zu organisieren. Du hattest recht, wenn wir schon in der Turnhalle feiern, dann sollten wir nicht kleinlich sein. Wir holten uns diese riesen Fichte, bei Nacht und Nebel in aller früh, irgendwo beim Bauer im Nachbarswald. Dein PuchMaxi hat mindestens 7 Meter vorne an der Spitze gezogen und mein Belmondo Fifty hat die Wurzel prächtig gestossen. Und nun sehe ich es wieder, wie wir vor dem Schulhaus eingefahren sind. Die Kinder liessen ihre Schulbücher fallen und sind ans Fenster gerannt. Du hast mich damals angestupst auf die Bühne zu stehen und mal etwas über die neuen Medien zu prophezeien. Wenn ich sehe wie Zeilen in der TV-Fabrik wieder verdreht werden, dann sage ich auch nur noch «Broadcast Yourself!». Die Tyrannen haben unter meinem Dach einen Platz gefunden.

Ich kann halt jetzt nicht mehr in die Tasten hauen, aber ich hol noch schnell den Plattenkoffer und werde kurz zum Plattenleger.


Die Leute werden die grosse Halle verlassen. Wenn alle gegangen sind, werde ich noch den Boden wischen und alles vom «Dreck» befreien, wie ich es damals im Jahre 2001 in der Kulturfabrik auch gemacht habe. Das hat jetzt lange gedauert ich weiss, du hattest lange gewartet und ich werde das gute Stück zurückgeben, sofern es von interesse ist. Es liegt in meiner Hand.

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Ich werde dich verabschieden, wie du es mir gelernt hast und du wirst nach draussen gehen. Dieses mal wird es nicht regnen und du wirst den Regenschirm nicht brauchen und draussen die tausend Sterne erkunden. Derweil ich mir in der grossen Halle für mich nochmals eine Platte gönnen werde. Ich lasse die Pegel ein letztes mal vom grünen knapp in den roten Bereich fahren.


Es ist nichts aussergewöhnliches, eine kleine Geschichte wie manche andere auch, von einem begnadeten Krieger, von einem standhaft grossen Mann und einem Meister seines Fachs. Es gibt Typen die sind Sänger und es gibt zum Glück noch andere.

Nachdem du lange durch die Nacht spaziert bist und ich drinnen das Licht gelöscht habe, wirst du am nächsten Tag vielleicht aufwachen und du wirst uns beim grössten Sonnenschein wieder strahlen sehen und ich werde nicht mehr an Ketten gehen.

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Ich werde dir vielleicht einmal schmackhafte Cocktails servieren. Vielleicht darf ich ja mal mit deinen Katzen spielen, so wie das die Kapitäne machen dürfen.

Ich bin aber eigentlich noch ganz froh, habe ich noch nicht solche kleine Terroristen im Haus. Es wird jetzt langsam Feierabend, meine zwei Türme sind ein Gedicht. Jedenfalls besser als Zigarre und Wein finde ich. Das wusste auch schon ein anderer. Ich werde noch etwas weitergehen und mache jetzt noch meinen Spaziergang an der frischen Luft, nehme den hier zu meiner rechten und den frischen Apfel zu meiner linken. Den Apfel bringt die Bäuerin aus dem Nachbarsdorf uns regelmässig vorbei, mit ihren Zwillingen hatte ich auf dem Bauernhof viele Abenteuer erlebt und vielleicht treffe ich dabei die Bolz Brüder oder der Ürsu, er ist einer der beiden Zwillinge und hat vor kurzem gerade den Hof übernommen – wir gingen zusammen in die Primarschule und haben diverse Sachen hier erlernt. Mache den kleinen Feierabendspaziergang und besuche den Ort, wo ich die beste Schule besuchte, dort wo meine damalige Lehrerin die Geschichte von Michael Ende vorlas, wo wir uns als kleine grosse Dichter und kleine grosse Maler versuchen konnten. Und wo ich das einzige Buch über Mittag in einem zug gelesen habe: Die Menschen im Meer.

Und jetzt höre ich sie wieder, all meine Greatest Hits.

Etwas müssen all die werten Damen noch wissen, Verpackungen und Telefondrähte werde ich nicht zum Glühen bringen, da könnt ihr herumpinseln wie ihr wollt, einheizen und herumtigern werde ich nur dort wo die schnellen Gazellen hüpfen. Grrrr…

Ich bin ein Freund des Lebens, solange mein Herz schlägt. Ich liebe es, dass ist alles was ich tue. Ich mag mir einfach nicht immer die gleichen Platten anhören und werde mich auf all die neuen Scherben freuen, die da kommen werden.

«Veni, Vidi, Vici»

posted by chrigu  |  on 16. März 2009
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