Finale
Finale
«Finale» ist nicht etwa der letzte Akt eines langen Theaters und auch nicht grosses Kino, wie man aus dem Titel vielleicht schliessen würde. Insider wissen, mit Finale ist hier eine Ortschaft in der italienischen Region Ligurien gemeint. Wilde Tiere kommen hier her, lassen sich von Steinen und Felsen zähmen – weil es vielleicht sonst niemand tut. Sportkletterer suchen gesichert an Seilen nach griffigen Kanten, breite Reifen finden gesichert durch meist horizontale Fliehkräfte und mit ebenso viel Kraftaufwand kontrolliert ihre Pfade.
Aber beginnen wir doch ganz vorne, da wo sich der Horizont ins Unendliche zieht. Tiefblau ist das Mittelmeer, hellblau mit weissen Wolken befleckt der Himmel. Die Strandkörbe noch weitgehendst leer, ein Blick genügt mir, es gibt sonst nicht viel zu sehen. Schon interessanter sind da die mit Milch dicht geschäumten Kaffetassen, welche es entlang der mit grossen Palmen gesäumten Strandpromenade gibt. In Reih und Glied stehen die Cafés aneinander, wie die edlen flachen vierrädrigen Karrossen gegenüber. Ob mir das reicht? Nein, natürlich nicht.
Still sitzen
Still sitzen
Es hat mich erwischt. Die Höhenflüge und Hochs vergangener Werktage und Wochenenden haben mich dazu verleitet, das etwas grössere Hindernis ins Visier zu nehmen. Innert Sekunden habe ich mich entschieden, mit dem Zweirad kurz vor dem Twannberg den gröberen Stein zu überfliegen, anstatt daneben über kleinere Wurzeln zu rollen. Der Geist ist in guter Kondition, meine körperlichen Reserven habe ich aber schon längst im endlos langen Aufstieg kurz nach Biel verpufft – wir nennen ihn auch «Psycho». Die Energien reichen nicht das Zweirad ordnungsgemäss aufzuziehen, mein Hinterrad verfängt sich bei voller Fahrt am besagten Hindernis, auch üppig vorhandener Federweg vermag meinen Fahrfehler nicht zu korrigieren, ich werde aus dem Sattel in ordentliche Höhe geworfen. So finde ich seit längeren wiedereinmal den Weg auf den harten Boden, ein paar Meter hinter dem grossen Stein. Mein Zweirad vollzieht noch ein paar Saltis mehr und findet dutzende Meter vor mir seine Ruhe. Immerhin, wenigstens Steine und Wurzeln bringen mich wieder auf den Boden.
Schreib eine Postkarte
Schreib eine Postkarte
An die Jäger und Sammler. Für Freunde der Postkarten. Für Leute die etwas Post in ihrem Briefkasten haben wollen. Ich habe welche zu vergeben.
Redemption Day
Redemption Day
Vielleicht wiedereinmal Zeit ein paar Zeilen über Musik zu verlieren. «Redemption Day» ist der Titel, den es mir vergangene Woche an Land gespült hat. Johnny Cash, eigentlich seit einiger Zeit unter der Erde begraben, steht nochmals auf.
«Ain’t No Grave» heisst sein neues und allerletztes Album, welches allerdings nicht zu seiner Lebzeit geboren wurde. Die Studiotechnik machts möglich, unveröffentliche Gesangsspuren aus alter Zeit werden mit frischen Instrumenten begleitet. Auch das gute Stück «Redemption Day» stammt kaum aus seiner Hand, geschrieben von Sheryl Crow, eine mit kaum Falten gezeichneten Musikerin, liefert den Inhalt für eine der wohl letztmöglichen Tonaufnahmen eines alten Mannes, dessen Leben – möge man den Biografien glauben – mit einigen Turbulenzen geprägt wurde. Cash interpretiert «Redemption Day» mit einer gebrechlichen Stimme, kurz danach dürfte von ihm definitv nur noch seine Knochen übrig geblieben sein.





